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  • Fettstoffwechsel

Braunes Fettgewebe bei Kindern

Bei Erwachsenen ist das braune Fettgewebe und dessen Stimulation durch Eisbaden und Co. schon lange im Trend, aber wie sieht das bei Kindern aus? Hat das Fett bei ihnen die gleiche metabolische Bedeutung? 

Drei Arten von Fett 

Beim Fettgewebe im Körper unterscheidet man drei Formen: 

  • weißes Fettgewebe (WAT) 

  • beige Fettzellen

  • braunes Fettgewebe (BAT) 

Weißes Fettgewebe gilt allgemein als Energiespeicher und endokrines Organ. Das heißt, es produziert hormonähnliche Stoffe (Adipokine), die auf den Stoffwechsel, Entzündungen und die Appetitregulation wirken. Ein Übermaß an weißem Fett – wie es bei Übergewicht und Adipositas vorkommt – führt daher zu unerwünschten Entzündungen und Stoffwechselverschiebungen. 

Braunes Fettgewebe hat eine andere Aufgabe. Es trägt maßgeblich zur Regulierung des Energiestoffwechsels bei, denn: Wird BAT aktiviert, erhöht es die Thermogenese – also die Wärmeproduktion des Fettgewebes. Heißt übersetzt: Braunes Fettgewebe hält uns warm, wenn wir mit den Kindern draußen bei Minusgraden unterwegs sind.

Aufgrund der Fähigkeit, Glukose aus dem Blut aufzunehmen, hat das braune Fettgewebe außerdem einen Einfluss auf den Blutzucker. Die Menge und Aktivität des Fettgewebes kann also den Stoffwechsel verändern und bietet daher Potenzial, den Stoffwechsel und die Insulinsensitivität positiv zu beeinflussen. Kurz gefasst: Braunes Fett hilft dabei, Energie zu verbrennen, den Blutzucker zu regulieren und den Stoffwechsel gesund zu halten. Ursprünglich glaubte man, dass BAT nur bei Neugeborenen und im Säuglingsalter vorhanden ist. Heute weiß man aber, dass es bis ins Kindes- und Erwachsenenalter bestehen bleibt. 

Beige Fettzellen sind der metabolische Zwischenzustand zwischen weißen und braunen Fettzellen. Sie haben eine ähnlich positive Wirkung auf den Stoffwechsel wie braune Fettzellen, bilden aber kein eigenständiges Fettgewebe, sondern entstehen innerhalb des weißen Fettgewebes. Die beigen Zellen entstehen durch die sogenannte “Bräunung“. Die Aktivierung von BAT und die Bräunung von WAT können durch verschiedene Reize wie Bewegung, chronische Kälteexposition oder Medikamente induziert werden (Q).   

Fettverteilung bei Kindern 

Eine Studie mit 198 Kindern im Alter von 4,5 Jahren untersuchte die Verteilung und Menge von weißem und braunem Fettgewebe bei normalgewichtigen und übergewichtigen Kindern (Q). Was kam raus?

Die Forscher stellten fest: Kinder mit einem hohen BAT-Anteil hatten weniger Gesamtkörperfett, weniger Bauchfett sowie eine geringere Fettansammlung in Leber und Muskeln. Gerade Bauchfett gilt als wichtiger Marker für Adipositas und erhöht das Risiko für metabolische Erkrankungen. Kinder mit viel braunem Fett waren metabolisch also klar im Vorteil.

 


y= BMI (kg/m2)

x= Anteil braunes Fett am Gesamtfett (%)

Was lernen wir? 

Die Vorteile von braunem Fettgewebe gelten nicht nur für Erwachsene – auch schon bei Kindern hängt mehr BAT mit einem besseren Stoffwechsel zusammen. In Tierversuchen und Studien mit Erwachsenen zeigten sich Bewegung und Kälteexposition als bestes Training zur Bräunung der Fettzellen und damit zur Verbesserung des Stoffwechsels. Sport bei Kindern kann man fördern, aber natürlich wollen wir Kinder nicht absichtlich frieren lassen. Wenn aber doch eine große Diskussion wegen dem Jacke anziehen aufkommt, wird wenigstens der Stoffwechsel unterstützt, wenn das Kind schon freiwillig frieren will 😉

Autorenprofil:

Franziska Hauer

MSc Ernährungswissenschaftlerin, die sich bei Vitasauri fachlich um alle Themen rund um Kinderernährung und -gesundheit kümmert. Seit 10 Jahren im Bereich Kinderlebensmittel und -nahrungsergänzungsmittel.

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