Diese Inhaltsstoffe gehören nicht in Nahrungsergänzungsmittel für Kinder
Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß und damit leider auch das Angebot an minderwertigen Produkten. Wenn ein Kind auf die Welt kommt, verlassen sich Eltern meist auf die Empfehlungen vom Kinderarzt oder Apothekern – die sollten schließlich wissen, was für Kinder das Beste ist. Wir wundern uns als Wissenschaftler allerdings schon manchmal darüber, was für Produkte da empfohlen oder nach der Geburt direkt mitgegeben werden.
Schauen wir uns das Beispiel Vitamin D an: Es ist natürlich super, dass Ärzte Eltern gleich auf die Gabe von Vitamin D aufmerksam machen. Schließlich empfehlen alle Ernährungsgesellschaften Kindern, mindestens im ersten Lebensjahr Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel zur Rachitisprophylaxe zu geben.
Dabei zu beachten: Vitamin D sollte also auf jeden Fall in einer gut absorbierbaren Form im Produkt enthalten sein. Dazu braucht es noch einen oder zwei Trägerstoffe als Basis für das Vitamin. Also maximal drei Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste – kann nicht so schwer sein, oder?
Trotzdem bekommen Eltern solche Produkte empfohlen:

Statt 3 Inhaltsstoffen haben wir beim Apothekenprodukt 13!
Diese 12 Hilfsstoffe sind nicht nur unnötig, sondern auch potenziell gesundheitsschädlich.
- Kinder erhalten durch die enthaltene Saccharose unnötigen Zucker verabreicht, der auch zu früher Kariesbildung beitragen kann.
- Es sind drei verschiedene Stärkeformen enthalten, Babys können Stärke aber nur eingeschränkt verdauen, da bei ihnen das benötigte Enzym Amylase nur wenig Aktivität zeigt (Q).
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ordnet Talkum in einem Bericht von 2018 (Q) als kritisch ein. Es ist bisher nicht klar, inwieweit die Stoffe Siliziumdioxid, Fluorid, Aluminium und Nickel, die in den verwendeten Mineralien für Talkum zu finden sind, auch in dem Lebensmittelzusatzstoff Talkum vorkommen. Unklar bleibt auch, ob der Hersteller des Produktes untersucht, inwieweit diese Stoffe enthalten sind. Ingesamt kein wünschenswerter Zusatzstoff.
Darauf sollten Eltern achten
NEM für Kinder sollten besonders clean sein und so gut wie keine Zusatzstoffe enthalten. Zeichen für ein minderwertiges Produkt sind z.B.:
- Trennmittel wie Magnesiumstearat: Wird eingesetzt, damit Tabletten leichter aus Maschinen gleiten, hat aber keinen Nutzen für das Kind.
- Rieselhilfen wie Siliziumdioxid: verbessern die Verarbeitbarkeit bei der Herstellung, ist für Kinder jedoch unnötig.
- Talkum – von der EFSA als kritisch eingestuft, potenziell verunreinigt mit Aluminium, Nickel und Fluorid
- Synthetische Farbstoffe wie Tartrazin (E102) oder Azorubin (E122): Können bei Kindern Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.
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Konservierungsstoffe wie Natriumbenzoat (E211): in Kombination mit Vitamin C kann Natriumbenzoat Benzol bilden, das als krebserregend gilt
- Saccharose und andere zugesetzte Zucker: Fördern Karies und gewöhnen Kinder unnötig an süßen Geschmack
- Titandioxid (E171): Seit 2022 in der EU als Lebensmittelzusatzstoff verboten, da es als potenziell genotoxisch eingestuft wurde; taucht aber noch in einigen Produkten (oft in Tablettenform) auf.
Fazit: So viel wie nötig, so wenig wie möglich
Als Eltern möchte man das Beste für sein Kind – und das gilt selbstverständlich auch für Nahrungsergänzungsmittel. Leider zeigt das Beispiel Vitamin D, dass selbst Produkte aus der Apotheke oder mit ärztlicher Empfehlung nicht automatisch die beste Wahl sind. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich daher immer: Je kürzer und verständlicher sie ist, desto besser.
Habt ihr Fragen zu den Inhaltsstoffen in unseren oder anderen Produkten? Schreibt uns gerne – wir helfen euch dabei, die Zutatenliste zu entschlüsseln.
Autorenprofil:
Franziska Hauer
MSc Ernährungswissenschaftlerin, die sich bei Vitasauri fachlich um alle Themen rund um Kinderernährung und -gesundheit kümmert. Seit 10 Jahren im Bereich Kinderlebensmittel und -nahrungsergänzungsmittel.



