Magen-Darm-Infekte: Diese Lebensmittel sind geeignet
Eltern wissen: Kaum ist die Erkältungszeit vorüber, beginnt auch schon die Magen-Darm-Saison. Häufig ist es der Norovirus, der zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führt. Um optimal auf die Noroviren und sonstige Erkrankungen vorbereitet zu sein, erfährst du hier die wichtigsten Hinweise zur Ernährung während und nach Magen-Darm-Infekten.
Hausmittel: Salzstangen, Cola und Zwieback
Es gibt ein paar Hausmittel, die wahrscheinlich alle kennen und die bereits in der eigenen Kindheit Anmwendung gefunden haben. Aber sind diese Mittel ernährungsphysiologisch tatsächlich hilfreich bei einer Infektion?
Bekannte Hausmittel bei Magen-Darm-Infekten, von denen wir abraten
Salzstangen: Durch häufiges Erbrechen und Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte (Mineralstoffe). Dazu gehören Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid. Zwar enthalten Salzstangen etwas Natrium, für die ausreichende Elektrolytversorgung eignen sich die Stangen allerdings nicht.
Cola: Cola liefert weder die wichtigsten Elektrolyte noch eignet es sich mit Kohlensäure und Koffein zur Flüssigkeitsversorgung. Hände weg von Softdrinks – erst recht bei Magen-Darm-Grippe!
Zwieback: Bei wiederholtem Erbrechen ist ein nicht völlig leerer Magen oft angenehmer. Zwieback gilt als leicht bekömmlich, ein Blick auf die Zutatenliste von herkömmlichen Zwieback lässt aber aufschrecken:
Vier verschiedene Zuckerarten und Sonnenblumenöl? Für die Ernährung von Kindern ungeeignet – egal ob krank oder gesund. Wenn Zwieback verwendet wird, dann lieber Butter-Zwieback und eine möglichst kurze Zutatenliste.
Das brauchen Kinder
Bei Infekten mit viel Durchfall und Erbrechen, brauchen Kinder vor allem zwei Dinge:
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Flüssigkeit
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Elektrolyte
In den akuten Phasen kann es zudem wohltuend sein, kleine Mengen Essen in den Magen zu bekommen. Der klassische Zwieback eignet sich, wie bereits erwähnt, nur bedingt dafür, denn wir wollen den ohnehin schon angeschlagenen Magen-Darm-Trakt nicht mit Zucker und Samenölen zusätzlich belasten.
Welche Lebensmittel eignen sich während und nach Magen-Darm-Infekten?
Während des Infekts:
Leicht verdauliche, fettarme Lebensmittel, um den Darm möglichst wenig zu belasten und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen:
- Dafür eignet sich gut selbstgemachte Brühe. Das Rezept für eine schnelle Hühnerbrühe findest du in unserem Rezepte-Blog. Das natürlich enthaltene Kollagen unterstützt die Darmschleimhaut. Zudem tut die warme Brühe dem gereizten Magen gut und ist leicht verdaulich.
- Knäckebrot oder weiches Sauerteigbrot: Ohne Belag oder Butter, damit der Magen-Darm-Trakt möglichst wenig Arbeit hat.
- Moro-Suppe: hier werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Was ist die Moro-Suppe?
Prof. Ernst Moro, nach dem die Suppe benannt ist, war ein Kinderarzt, der sich intensiv mit den Themen Säuglingsernährung und Immunologie befasst hat. Um der im Anfang des 20. Jahrhunderts sehr hohen Kindersterblichkeit aufgrund grassierender Durchfallerkrankungen entgegenzuwirken, erfand er dieses einfache, aber genauso wirkungsvolle Rezept.
Warum ist die Suppe so wirksam?
Die lange Kochzeit der Karotten bewirkt, dass aus der Stärke kleine Zuckermoleküle (Oligogalakturonsäuren) entstehen, die das Anhaften der Bakterien, die den Durchfall auslösen, an die Darmwand verhindern. Die Erreger heften sich stattdessen an die Zuckermoleküle und werden mit ihnen ausgeschieden.
Was ihr dafür braucht:
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500 g gewaschene Karotten (am besten Bio, ansonsten geschält)
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1 Liter Wasser (+ Wasser zum Auffüllen)
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1 gestr. TL Salz (3 g)
So geht's:
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Karotten in kleine Würfel schneiden und in einem Topf mit 1 Liter Wasser für 1 - 1,5 Stunden köcheln.
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Anschließend die weich gekochten Karotten pürieren und den entstandenen Brei mit so viel abgekochtem Wasser aufgießen, dass wieder 1 Liter Suppe entsteht.
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Zum Schluss noch das Salz hinzufügen, um ausgeschiedene Elektrolyte zuzuführen
Ideal ist die Verabreichung in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt. Grundsätzlich können die Kinder von der Suppe aber so viel essen wie sie mögen und es ihnen gut tut. Um immer auf den nächsten Virus vorbereitet zu sein, kann die Suppe in kleinen Portionen eingefroren werden. So ist immer etwas vorrätig und kann direkt beim ersten Symptom verabreicht werden.
Nach dem Infekt:
Elektrolytreiche Lebensmittel helfen, die Spiegel wieder aufzufüllen:
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Kalium: Hülsenfrüchte, Spinat, Avocados, Bananen
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Magnesium: Nüsse, Samen, Schokolade/Kakao
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Natrium und Chlorid: Salz, Brühe, Feta, Tomaten
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Calcium: Milch und Milchprodukte, Grünkohl, Mandeln
Mit den richtigen Lebensmitteln und natürlich auch der entsprechenden Hygiene, sind Kids nach einem Infekt schnell wieder auf den Beinen.



